Wie vergessen steht er da: einer der drei letzten von einst 70 DDR-Grenztürmen entlang der Ostseeküste. Zwischen Ostseeallee und Promenade, wenige Meter von der Seebrücke entfernt, befindet er sich im touristischen Zentrum von Kühlungsborn. Während der graue Zweckbau das Interesse vieler vorbeigehender Urlauber weckt, haben sich 15 Kühlungsborner den Geschicken des historischen Gebäudes angenommen. Vor zweieinhalb Jahren gründeten sie den Verein Grenzturm Kühlungsborn. Seitdem ist der Turm zu Anlässen, wie jüngst zum Tag des offenen Denkmals, für die Öffentlichkeit zugänglich. Elf Meter gilt es auf einer Stahlleiter zurückzulegen, um von der Kanzel herab den Blick über das Ostseebad genießen zu können. Doch nicht nur der schönen Aussicht wegen, engagieren sich die Vereinsmitglieder für den Erhalt der insgesamt 13 Meter hohen Konstruktion. „Wir wollen nüchtern und sachlich zeigen, was damals um diesen Turm herum geschehen ist“, sagt Vereinsmitglied Knut Wiek. Geschichten und Tragödien, die sich an jenem Abschnitt der Grenze ereigneten lagern bereits im Vereinsarchiv. Wertungsfrei sollen sie erzählt werden.