Ein Fundstück aus Schwerin: der Gutshof Bastorf mit seinem Kräutergarten und der Kräuterküche wird in der Schweiner Volkszeitung vorgestellt. Ein Toller Bericht von Susanne Lang in der SVZ:

“SCHWERIN – Jeden Morgen das gleiche Ritual: Mit einem Messer in der Hand macht sich Gabriela Dames auf in den Kräutergarten. Die Köchin des Gutshofs Bastorf schwört auf frische Kräuter. “Als Geschmacksträger peppen sie jedes Gericht auf”, sagt sie, zerreibt ein Salbeiblatt zwischen Daumen und Zeigefinger und schnuppert daran. Majoran, Thymian, Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Oregano, Dill und Salbei empfiehlt Gabriela Dames für den heimischen Kräutergarten. Die meisten der wohlschmeckenden Pflanzen sind winterhart und wachsen im nächsten Jahr wieder, “der Aufwand hält sich also in Grenzen”, sagt die Küchenmeisterin. Je nach Vorliebe ihrer Gäste verleiht die Gutshof-Köchin ihren Gerichten den passenden Pfiff – “eine Kräuterkruste veredelt Schweinesteak, Putenschnitzel oder Fischfilet.”

Man nehme: Je ein Bund Kräuter nach Geschmack – beispielsweise Thymian, Oregano, Dill, Basilikum, Schnittlauch und Majoran und hacke diese klein. Mit zwei Esslöffeln Paniermehl vermengen. Ein Eigelb, 100 Milliliter Sahne, einen Teelöffel Senf verrühren. Das gewürzte Fleisch oder den Fisch durch die Eimasse ziehen, anschließend in der Kräuterpanade wenden und ab damit in die Pfanne. “Das Fleisch oder den Fisch unbedingt leise, das heißt auf kleiner Flamme braten”, mahnt die Köchin. “Sonst verbrennen die Kräuter.”

Bestandteil gesunder Ernährung: pflanzliche Bitterstoffe

Mit Blüten von Löwenzahn oder Schnittlauch setzt sie farbige Akzente auf den Speisetellern: “Das sieht hübsch aus und schmeckt gut.” Auch Brunnen- oder Kapuzinerkresse setzen optische Highlights, die zudem noch gesund sind. Gabriela Dames zupft ein paar Minzblätter und lässt sie in die Schürzentasche wandern. Aufkochen, abkühlen, nach Bedarf Zitrone rein – fertig ist ein erfrischender Eistee. Der Sud aufgekochter Thymianblätter lindert Erkältungsbeschwerden, bei “Magengeschichten” helfe Tee aus Majoran, Kümmel oder Fenchel. Dafür die Kräuter samt Stängeln einfach waschen, aufkochen und zehn Minuten ziehen lassen.

Regelmäßig ist Rosita Sell im Kräutergarten des Gutshofes zu Gast. “Wer von klein auf frische Kräuter zu sich nimmt, stärkt Immunsystem und Verdauung”, sagt die Kräuterfachfrau. Die Bitterstoffe in den Würz- und Heilpflanzen seien wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. “Die Bitterstoffe regen den Speichelfluss und die Sekretion von Magensäften an. Genug Speichel ist wichtig, um die Nahrung im Mund auf die weiteren Verdauungsprozesse vorzubereiten”, weiß Rosita Sell. Vor allem unterstützen sie bei Blähungen, Verstopfung, Entgiftung, Entsäuerung, Entschlackung, Darmparasiten und Darmpilzen und bekämpfen das Völlegefühl nach üppigen Mahlzeiten.

Kräutervorrat für den Winter anlegen

Wer sich einen Kräutervorrat für den Winter anlegen möchte, kann das frische Grün ganz einfach haltbar machen, erklärt die Expertin. Langhalmige Pflanzen wie Schnittlauch oder Petersilie bündeln und dann zum Trocknen aufhängen, mit der Pflanzenspitze nach unten. “Blätter oder Blüten lassen sich am besten auf Tüchern trocknen, in luftigen, warmen Räumen”, so Rosita Sell….”