Wissenswertes und Informationen
Durch das freundliche Orange der Früchte soll man sich nicht täuschen lassen: Sanddorn erreicht nicht nur Wuchshöhen von 1 – 6 Metern, sondern arbeitet vor allem im Untergrund. Ein weitverzweigtes Wurzelsystem erstreckt sich 1,5 – 3 Meter in die Tiefe und bis zu 12 Metern nach links und rechts. Langwurzeln kriechen dicht unter der Erdoberfläche, bilden reichlich Wurzelbrut und verdrängen damit sehr gerne artfremde Nachbarpflanzen. Das Eindämmen ist dann nur noch schwer möglich, deshalb sollte man bei einer Zierbepflanzung auf kleinen Flächen immer an Rhizomsperren denken.
Der Vorteil: Die Pionierpflanze sorgt auf noch unbefestigten und flachen Böden wie beispielsweise an Küstengebieten für eine feste Verankerung. Gut zu erkennen ist der Sanddorn auch an seinen typischen Laubblättern, die Ähnlichkeit mit Weidenblättern haben. Sie haben einen kurzen Stiel, sind 40 – 80 mm lang, 3 – 8 mm breit und sehen lanzettenartig bzw. länglich keilförmig aus. Die Blattunterseite zeigt eine weißlich-filzige Behaarung.

Die gelblichen und eingeschlechtigen Blüten zeigen sich im April und Mai. Männliche Blüten haben sehr kurze Stiele, der Pollen wird in den Kelchblättern gespeichert und später per Windbestäubung ausgebreitet. Die ovalen, orange bis orangeroten Sanddornbeeren können dann von Anfang August bis Anfang Dezember besichtigt werden. Das Fruchtfleisch weist eine dünn-breiige Konsistenz auf und schmeckt vielen menschlichen Vorkostern eher säuerlich.
In den 1960er Jahren geriet der Sanddorn rechts der Elbe verstärkt in den Focus. Aufgrund seines hohen Vitaminanteils, der im Rahmen einer gesunden Volksernährung zum Einsatz kommen sollte, forschten die zuständigen Institute der DDR an innovativen Erntemethoden, Züchtung und Mutation. Klinische Studien bestätigten dabei die positive Wirkung und Heilkraft der Inhaltsstoffe des Sanddorns.
Heute sind andere Länder führend im Anbau und der Kultivierung: So z.B. in Frankreich auf dem Gebiet der südlichen und Hohen Alpen und in der Volksrepublik China, die über eine Million Hektar Anbaufläche besitzt. In Deutschlands gibt es nur wenige hundert Hektar.
Aus ökologischer Sicht wichtig: Die Beeren des Sanddorns stehen in der Regel den ganzen Winter über zur Verfügung. Für Vögel sind sie gerade in dieser schwierigen Zeit eine wertvolle Nahrungsquelle. Die Vögel haben es übrigens leichter als wir, denn das Abernten ist etwas komplizierter als bei anderen Früchten: Wegen der langen Dornen besteht Handschuhpflicht, für die Pflückernte eignen sich bestimmte Sorten wie „Orange Energy“ am besten (relativ lange Fruchtstiele). Bei einem frühen Erntezeitpunkt lassen sich die Sanddornbeeren auch durch Abschütteln bezwingen, wobei man ein Laken zum Auffangen verwendet.
Bildquelle: Proton02 – wikipedia















